Die Rettung des Wals


**Leo und die Magische Uhr**: **Episode 3**
**Die Rettung des Wals**

Der windige Küstenort war wie ein Geheimnis in der Dämmerung verborgen. Leo stand am Hafen und betrachtete die Wellen, die schäumend gegen die Felsen schlugen. Der salzige Geruch des Meeres erfüllte die Luft, während sich die letzten Sonnenstrahlen hinter den Wolken verbargen. In der Ferne hörte er das verzweifelte Rufen der Dorfbewohner, und ein mulmiges Gefühl breitete sich in seinem Bauch aus.

Die Nachricht von einem verirrten Wal hatte sich unter den Menschen wie ein Lauffeuer verbreitet. Ein älterer Fischer, Herr Klaus, stand mit hängenden Schultern am Ufer und schüttelte den Kopf. „Es bringt Unglück, so ein Tier zu retten! Es gehört nicht hierher!“, rief er in die Gruppe, die sich um ihn versammelt hatte.

„Wenn wir ihn nicht zurück ins Meer bringen, wird er sterben!“, entgegnete Leo entschieden. Sein Herz pochte, als er sich anschaute. Die Gesichter der Dorfbewohner waren voller Zweifel und Furcht, doch Leo wusste, dass er ihnen zeigen musste, wie wichtig ihre Hilfe war.

„Ich habe von einem alten Buch gehört“, begann er und hob eine Hand, um ihre Aufmerksamkeit zu fangen. „In dem steht, dass Wale die Wächter der Ozeane sind. Wenn wir ihm helfen, wird er uns vielleicht eines Tages retten!“

„Pah! Das ist nur ein Märchen!“, rief eine Frau im Hintergrund. „Wir müssen zumindest an unsere Kinder denken! Was, wenn es uns Unglück bringt?“

Der Wind blies Leo entgegen, doch er ließ sich nicht von dem Zögern der Menschen abbringen. „Was ist wichtiger: das Verhindern von Unglück oder das Retten eines Lebewesens? Wir haben die Möglichkeit, etwas Großartiges zu tun! Der Wal zählt auf uns!“

Er ließ seinen Blick über die Menge schweifen und sah, dass einige junge Gesichter ihm interessiert zuhörten. Leo hatte das Gefühl, dass er auf etwas Größeres hinwies, etwas, das über sein kleines Abenteuer hinausging. „Denkt nur an die Geschichten, die wir erzählen könnten! Gemeinsam könnten wir den Wal befreien und uns daran erinnern, dass wir miterleben dürfen, wie wir die Natur schützen!“

Ein leises Murmeln durchbrach die Stille. Die Dorfbewohner schauten einander an, und Leo spürte, wie sich das Blatt wandte. Die Skepsis wich einem Hauch von Hoffnung. Schließlich kam ein junger Mann, Tim, nach vorne. „Ich glaube, Leo hat recht. Lassen wir ihn nicht alleine!“

„Ja! Lasst uns gehen!“ rief ein anderer und gemeinsam bewegte sich die Gruppe langsam in Richtung des Strands. Leo lächelte und fühlte eine Wärme in seinem Herzen, als er hinter ihnen herlief.

Als sie den Wal erreichten, lag das große Tier hilflos im Sand, sein Körper glänzte in der verblassenden Sonne. Leo kauerte sich neben ihm, die Augen voller Mitleid. „Wir werden dich retten. Das verspreche ich.“

Doch in diesem Moment hörte er ein tiefes, grollendes Geräusch – das Wasser schien zu brodeln und eine dunkle Silhouette tauchte in den Wellen auf. Leo erstarrte. Was war das?

Einen Moment hatte er das Gefühl, dass sich das Schicksal des Wals zugleich mit seinem eigenen abspielen würde…


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