**Abenteuer in der Zeitmaschine: Episode 2**
**Ritter und Burgen**
Mia und Leo hatten gerade die Zeitmaschine im Keller gefunden, als sie schon wieder in ein schimmerndes Licht getaucht wurden. Ein Blitz furzte durch die Lüfte, und als er sich auflöste, fanden sie sich in einer prächtigen, von hohen Mauern umgebenen Burg wieder. Die Sonne strahlte am blauen Himmel, und der Duft von frisch gebackenem Brot zog durch die Luft.
„Wow, schau dir die Rüstung an!“, rief Leo begeistert und deutete auf einen Ritter, der seine glänzende Panzerung polierte. Die Brust des Ritters blitzerte im Sonnenlicht, während er mit einem anderen Ritter um die Wette rätselte.
„Komm, wir fragen ihn! Vielleicht können wir an dem Turnier teilnehmen!“, schlug Mia vor, und Leo nickte eifrig.
Sie rannten zu dem Ritter und starrten ihn mit großen Augen an. „Darf man hier einfach mitmachen?“, fragte Mia, während sie versuchte, die Nervosität zu verbergen, die in ihrem Bauch rumorte.
Der Ritter lächelte freundlich. „Wenn ihr einen edlen Ritterdienst nachweist, dürft ihr im Turnier kämpfen. Aber seid gewarnt: Ihr müsst Mut, Geschicklichkeit und Ehre zeigen!“ Er stellte sich als Sir Cedric vor.
Die Geschwister blickten sich an, und in ihren Augen lag ein wildes Funkeln. „Ich bin bereit!“, rief Leo, während er sich in eine Gruppe von jungen Teilnehmern drängte. Mia folgte, doch ein leiser Zweifel nagte an ihr. Was, wenn sie versagten?
Der Wettbewerbsplatz war mit bunten Fahnen geschmückt und die Menge jubelte, während die ersten Kämpfer ihre Lanzen aufeinander prallten. Mia hielt die Lanzen aufgeregt in der Hand und stellte sich im Geiste vor, wie es wäre, ein Ritter zu sein. Doch blitzschnell wurde ihr klar, dass es nicht nur um Ruhm ging – es war auch eine Prüfung ihres eigenen Mutes.
Der Wettbewerb begann, und Leo trat gegen einen größeren Jungen an, der ihn mühelos zu Boden schmiss. Mia hielt den Atem an. „Leo!“, schrie sie, als ihr Bruder sich jedoch schnell wieder aufrappelte. Mit breitem Grinsen kämpfte er weiter, und Mia bewunderte seinen Mut.
Als es an der Zeit war, ihre eigenen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, spürte Mia, wie sich ihr Herz zusammenzog. Was, wenn sie scheiterte? Doch da war auch ein kleiner Funke Entschlossenheit in ihr. „Werde ich einfach aufgeben? Nie!“
Mit einem tiefen Atemzug griff sie nach der Lanze. Als sie den Platz betrat, hörte sie die Zuschauer jubeln. Sie konnte es kaum glauben, dass sie hier war. Beim ersten Zusammenstoß spürte sie die Aufregung in ihrer Brust wogen.
„Los, Mia! Zeig ihnen, was du kannst!“, rief Leo, und dieser Ruf gab ihr die Kraft, die sie brauchte.
Doch kaum war das Turnier in vollem Gange, ertönte plötzlich ein lautes Krachen – die große Holzbrücke, die den Burghof überquerte, hatte begonnen zu wanken! Ein Brüller des Entsetzens ging durch die Menge, und Mia spürte das Adrenalin in ihren Adern pulsieren. „Wo sind die Wachen?“, murmelte sie erschrocken.
„Wir müssen helfen!“, rief Leo entschlossen, und seine Augen blitzten vor Abenteuerlust.
Mia sah ihn an und wusste, dass sie zusammen eine Entscheidung treffen mussten, die mehr Mut erforderte als der Kampf selbst. „Auf zur Brücke!“
So stürmten die Geschwister in Richtung Gefahr, während das Turnier hinter ihnen in den Hintergrund trat. Doch was würden sie finden, sobald sie den Burghof erreichten?