**Leo und die Magische Uhr**: **Episode 2**
**Eine Piratenzeit**
Leo spürte das sanfte Schaukeln eines Schiffs unter den Füßen. Ein salziger Wind füllte die Luft, und er konnte den Duft von Meer und Abenteuer riechen. Die geheimnisvolle Uhr in seiner Hand hatte ihn ins 17. Jahrhundert transportiert, und er befand sich nun an Bord der wilden „Blauen Galeone“. Um ihn herum waren Piraten, mit Augen so scharf wie das Klingen ihrer Säbel und einem Lächeln, das so aufregend wie gefährlich war.
„Willkommen, junger Matrose!“, grölte ein bärtiger Mann mit einem Augenklappen, der gerade ein Glas Rum an seine Lippen führte. „Wie heißt du?“
„Leo“, antwortete er zögerlich und zwang sich, nicht während des Redens die vielen grünen und blauen Tattoos der Piraten zu betrachten.
„Meine Crew und ich könnten deine Hilfe gut gebrauchen!“, rief der Kapitän, dessen Name Leo schnell vergaß. Ein Krake tanzte auf seiner Schulter; Leo konnte nicht anders, als zu kichern. „Wir haben von einem Schatz gehört, versteckt in den Tiefen der Großen Riffe!“
Die anderen Piraten klatschten in die Hände, und das nächtliche Lachen hallte über das Wasser. Leo fühlte sich müde und aufgeregt zugleich. Er wusste, dass seine Zeit begrenzt war, aber die Idee, einen Schatz zu finden, war verlockend.
„Ich will helfen!“, rief er und fühlte wie das Adrenalin durch sein junges Blut pumpte.
Die nächsten Stunden verbrachten sie damit, die Karte zu studieren und Pläne zu schmieden. Während die Crew sich vorbereitete, bemerkte Leo, dass jemand fehlte. Ein kleiner Junge, nicht viel älter als er, stand allein am Rand des Schiffs und blickte melancholisch aufs Wasser.
„Warum bist du so traurig?“, fragte Leo und trat näher.
„Ich bin der neue Küchenjunge“, murmelte der Junge, der Max hieß. „Niemand mag mich. Ich kann nicht einmal richtig kochen.“
Ein Gefühl der Solidarität überkam Leo. „Komm mit! Vielleicht können wir zusammen einen Plan machen!“
Gemeinsam machten sie sich an die Arbeit. Leo und Max schmiedeten eine Liste von Ideen, die den Piraten helfen könnten, den Schatz zu finden und gleichzeitig den hungrigen Magen der Crew zu füllen. Max war begeistert, als Leo ihm anbot, wie man Fisch fängt, und sie zusammen die Netze ausbauten.
Nach vielen gescheiterten Versuchen – „Rums!“, machte es, als das Netz einmal ins Wasser plumpste und die Fische alle entwischten – hielten sie schließlich den ersten Fang in den Händen. Der Geruch von gebratenem Fisch erfüllte das Schiff und die Piraten sammelten sich um ihre Mahlzeit.
„Wo hast du das gelernt, Junge?“, fragte der Kapitän mit breitem Grinsen und klopfte Leo auf den Rücken. „Du bist eine wahre Piratenbereicherung!“
Leo fühlte sich stolz. Die Freundschaft, die er mit Max schloss, war das schönste Abenteuer, das er je erlebt hatte. Zusammen waren sie jetzt ein Team. Doch während sie alle lachten und feierten, ertönte ein lautes Krachen.
Ein fremdes Schiff, schwarz wie die Nacht, tauchte aus dem Nebel auf!
„Feindliche Piraten! Alle Mann an Deck!“ schrie der Kapitän. Leos Herz schlug schneller, als er die Situation erkannte.
„Ich habe noch nie gegen andere Piraten gekämpft“, murmelte Max und zitterte.
„Wir schaffen das – zusammen!“, rief Leo entschlossen, während er sich an die anderen Piraten wendete. „Lasst uns zeigen, was wir können!“
Doch während der Kampf bevorstand, fragte sich Leo, ob sie auch diese Herausforderung gemeinsam meistern könnten.