Die Prüfung des Mutes


**Der Wald der Verwandlung**: **Episode 2**
**Die Prüfung des Mutes**

Der Wald flüsterte leise im Wind. Das Licht spielte zwischen den Blättern und malte schimmernde Muster auf den Boden. Felix, Lina und Mimi standen am Rande eines reißenden Flusses, dessen Wasser in einem ungestümen Rauschen über glitschige Steine hinweg und in den unbekannten Wald weiter floß. „Wir müssen da rüber“, sagte Felix und deutete auf die andere Seite, wo ein schmaler, moosbewachsener Pfad im Dickicht verschwand.

„Der Fluss sieht ziemlich gefährlich aus“, murmelte Lina, während sie vorsichtig einen Schritt nach hinten machte. Ihre Augen weiteten sich, als sie die kraftvollen Wellen beobachtete, die schimmernd heranrollten.

„Aber wir haben keine Wahl“, fügte Mimi hinzu, etwas mutiger, denn sie wusste, dass ihre Wünsche diese Herausforderung verlangten. „Vielleicht können wir die magischen Kreaturen um Hilfe bitten!“

Gerade als sie darüber nachdachten, tauchte ein schimmerndes Wesen aus dem Wasser auf. Es war ein Wassernix mit schimmernden Schuppen, das neugierig die drei Kinder betrachtete. Es lächelte weit und seine Augen blitzten schelmisch. „Ich bin Nalu“, sagte es mit einer Stimme, die klang wie sanftes Plätschern. „Um den Fluss zu überqueren, müsst ihr den wahren Wert von Freundschaft und Mut beweisen!“

„Was müssen wir tun?“, fragte Felix, dessen Herz laut pochte, sowohl vor Aufregung als auch vor Angst.

„Ihr müsst über die Wellen hüpfen – jeder für jeden. Ihr dürft einander nicht aus den Augen verlieren und dürft euch nicht zurückziehen, egal wie stark der Fluss tobt!“ Nalu trat ein Stück näher, leicht hüpfend, als ob es selbst anfeuern wollte. „Eure Herzen müssen vereint sein!“

Die Kinder sahen sich an. In den Gesichtern spiegelten sich Entschlossenheit und Furcht. „Wir schaffen das zusammen!“, rief Lina und fasste Felix und Mimi an den Händen. „Egal, was passiert, wir sind ein Team!“

Mit einem tiefen Atemzug stellten sie sich nebeneinander auf. Der Fluss schäumte bedrohlich, doch eine Welle von Mut erfasste ihre Herzen. „Bereit?“, fragte Felix. „Eins, zwei, drei!“

Sie sprangen und landeten auf den ersten Steinen, die nur zögerlich versuchten, ihren Halt zu finden. Das Wasser spritzte hoch und sprudelte, als sie sich vorwärts bewegten. „Halt fest!“, schrie Mimi, als die Strömung sie fast auseinandergerissen hätte. Aber sie hielten sich fest.

Mit jedem Sprung spürten sie die Kraft der Freundschaft, die sie verband. Gemeinsam schafften sie es, dem rauen Wasser zu trotzen, immer wieder zurück zur Mitte, selbst als ihre Beine müde wurden und das Wasser sie anfeuern wollte.

Endlich durchbrachen sie die letzte Welle und sprang auf den sicheren Boden der anderen Seite. Sie atmeten erleichtert aus und sahen sich triumphierend an. „Wir haben es geschafft!“

Doch Nalu lächelte geheimnisvoll. „Das war nur der erste Schritt, Kinder! Der wahre Weg zur Macht der Freundschaft hat gerade erst begonnen!“

In diesem Moment begann der Wald zu leuchten und der Weg vor ihnen offenbarte sich, doch ein lautes Dröhnen durchbrach die Stille, und der Wind trug ein unheilvolles Raunen heran. Was würde als nächstes kommen?


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