Das letzte Licht


**Titel des Story Arc**: **Episode 4**
**Titel der Episode**: Das letzte Licht

Liam stand am Rand der Lichtwiese, sein Herz klopfte schnell. Die Farben, die ihn bei jedem Besuch der geheimen Lichterwelt umgaben, wirkten heute blasser als sonst. Nova, die leuchtende Libelle, schwirrte aufgeregt um ihn herum und strahlte ein schwaches, flickerndes Licht aus.

„Liam, du musst das letzte Licht entzünden! Es hängt alles davon ab“, rief sie, ihre Stimme war ein Hauch von Panik.

„Aber ich bin nicht bereit“, flüsterte Liam und senkte den Blick. Erinnerungen an seine vorherigen Abenteuer schossen durch seinen Kopf. Wie oft war er gescheitert? Wie oft war er gezweifelt? Und jetzt, in einem Moment, der alles verändern könnte, fühlte er sich mutlos.

„Du bist mehr als bereit, du musst nur den Mut in dir finden!“, sagte Nova mit einem Blick voller Entschlossenheit, während ihre Flügel zu flackern begannen. „Das Gleichgewicht der Lichter ist in Gefahr! Wenn du das letzte Licht nicht entzündest, wird die Dunkelheit überhandnehmen. Überall in der Lichterwelt breiten sich Schatten aus. Die Kreaturen, die du liebst, gefährden unser Licht!“

Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken. Die fröhlichen Gesichter seiner Freunde, die er hier in der Lichterwelt kennengelernt hatte, wurden von der Dunkelheit bedroht. Liam fand sich in einer Spirale aus Angst und Entschlossenheit: wollte er wirklich derjenige sein, der versagt?

Mit einem tiefen Atemzug hob Liam seinen Blick und sah die letzte Lichtquelle, ein winziges Flämmchen, das in der Mitte der Wiese schwebte. Es pulsierte vor Leben, doch es war einsam, fast wie eine kleine Seele, die auf ihn wartete.

„Ich kann das!“, rief er und trat einen Schritt vor. „Ich werde das letzte Licht entzünden!“

Nova nickte ermutigend. „Ja, Liam! Es ist das Licht des Mutes! Es wird nur brennen, wenn du an dich glaubst!“

Doch als Liam sich näherte, spürte er die Dunkelheit, die wie eisige Finger um die Lichtquelle griff. „Was, wenn ich scheitere?“

„Der Mut liegt nicht im Fehlen von Angst, sondern darin, trotzdem weiterzumachen!“ Nova schwirrte um ihn herum und fügte hinzu: „Du hast so viele Herausforderungen gemeistert, es ist Zeit für die größte!“

Liam schloss die Augen und dachte an all die kleinen Lichtstrahlen, die ihn in den dunkelsten Momenten seiner Abenteuer geleitet hatten. Nach einem Moment des Zögerns spürte er, wie eine innere Stärke in ihm erwuchs. Er streckte die Hand aus, um das letzte Licht zu berühren.

In diesem Augenblick veränderte sich die Atmosphäre. Ein Donner grollte in der Ferne, als ob die Dunkelheit gewarnt werden wollte.

„Es ist zu spät!“, hörte er eine Stimme hinter sich rufen.

Liam wandte sich um und sah eine dunkle Gestalt auf ihn zukommen – ein Schattenwesen, größer als alles, was er zuvor gesehen hatte, seine Augen glühten giftgrün und jagten ihm einen Schauer über den Rücken.

„Du wirst das Licht nicht entzünden! Es gehört dir nicht!“ rief das Wesen.

Doch Liam fühlte, wie das Licht in seiner Hand aufleuchtete. „Ich werde kämpfen!“ rief er, während er sich der bedrohlichen Gestalt entgegenstellte.

Und so standen sie sich gegenüber, das letzte Licht in der Hand des Jungen, und das Böse, das ihm alles nehmen wollte.

Was sollte nun geschehen? Der Kampf um das Licht hatte gerade erst begonnen.


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